[Anzeige] Roadtrip mit dem Audi Q8 durch vier Best of the Alps Destinationen. 

Nach wenigen Stunden Schlaf und mehrfacher Betätigung der Schlummertaste, stehe ich im Aufzug des NH-Hotels am Münchner Flughafen. Im Frühstücksraum angekommen, vergewissere ich mich, dass ich nicht verschlafen habe, da mir bereits einige Gäste entgegenkommen.
Der Tag wird lang, da bin ich mir sicher. Und somit entscheide ich mich, dem Rat meiner Oma zu folgen und der wichtigsten Mahlzeit des Tages ausgiebig Platz einzuräumen. Ich erhasche einen kurzen Blick auf das bereitgestellte Buffet und werde rasch fündig. Weißwürste mit süßem Senf, Rührei, Kartoffeln und Nürnberger. Ich bin zufrieden, es könnte schlimmer sein. Alkoholfreies Weißbier ist nicht aufzufinden, was das einzige Manko an diesem Morgen darstellt. Meine kurze Nachricht samt Foto des kulinarischen Angebots, wird in der Familien-WhatsApp-Gruppe wie folgt kommentiert: „Super Würste“. Über Gesellschaft bei dem kaiserlichen Festmahl hätte ich mich eigentlich gefreut. In diesem Fall bin ich jedoch froh, das niemand mitliest.  Vor der Abfahrt zum vereinbarten Treffpunkt, packe ich noch Beauty Case, iPhone-Kabel und Laptop in den Koffer und begebe mich vor das Hotel. Ich treffe auf Ása, Leon, Simone und Sarah, sowie auf Harald und Martin von friendship.is, die den Trip organisiert haben. Unser Shuttlebus trifft pünktlich ein und wir rollen los in Richtung Münchner Flughafen. Dort warten bereits die anderen Teilnehmer, sowie vier Audi Q8 in Drachenorange auf uns. Nach kurzem Kennenlernen vor der myAudisphere, begeben wir uns mit der Fahrzeugflotte zu dem nahegelegenen Trainingsgelände. 

Alex und Uwe, unsere Instrukteure für den Trip, heißen uns herzlich willkommen und freuen sich, uns auf die Fahrt mit dem neuen SUV-Coupé vorzubereiten. Nach kurzer theoretischer Einweisung und organisatorischer Formalia, geht es für uns mit dem Audi S5 Sportback auf die Teststrecke, wo wir Gefahrenbremsungen absolvieren sollen. Das Cockpit teile ich mir mit Tom, der offensichtlich genauso viel Benzin im Blut hat wie ich. Von Alex können wir jedoch beide noch sehr viel lernen. Sie absolviert mit uns den ersten Durchgang und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ziel ist es, nach langsamem Rollen, das Gaspedal durchzutreten und erst dann zu bremsen, sobald das Signal ertönt und oberhalb des Lenkrads aufleuchtet. 

Bei den ersten zwei Anläufen verhalten wir uns noch zurückhaltend. Immerhin hat der S5 354 PS. und beschleunigt in 4,7 Sekunden von 0 auf 100, sodass der entgegengebrachte Respekt durchaus angebracht ist. Beim dritten Versuch platzt endlich der Knoten und wir rasen mit 85 Km/h auf die aufgereihten Hütchen zu. Das Signal ertönt und wir kommen in der markierten Zone zum Stillstand. Zwar hoffen wir, dass uns eine solche Situation mit dem Q8 erspart bleibt, dennoch fühlen wir uns nun gut vorbereitet, den 2,2 Tonner über die Straßen der Alpen zu bewegen.  Im Anschluss an das Training fahren wir zum Mövenpick Hotel, wo wir zu Mittag essen, ehe sich unsere Gruppe aufteilt. Wir erhalten eine Zeitvorgabe, wann wir in der ersten Destination, in Lech Zürs am Arlberg, eintreffen sollen. Zusammen mit Sebastian, mit dem ich vor zwei Jahren bereits unterwegs war,  teile ich mir einen der Q8. Obwohl wir beide sehr viel Gepäck dabeihaben, bekommen wir alles im Kofferraum verstaut, der mit 605 Litern Volumen ausreichend Platz bietet.  Nachdem wir den zähen Stadtverkehr hinter uns gelassen haben, nutzen wir die freie Autobahn, um einige Minuten wieder gut zu machen. Währenddessen merken wir aufgrund der Doppelverglasung sowie des leisen Antritts des Dreiliter-V6 gar nicht, wie schnell wir fahren, ehe wir auf den Tacho blicken und positiv überrascht sind. Der Spaß auf der Autobahn hält allerdings nur kurz an, da wir uns entscheiden, die Route entlang des Plansees einzuschlagen. Nach etwa 3,5 Stunden treffen wir in Lech Zürs am Arlberg ein. 

Nach dem Einchecken in unsere Unterkunft, nutzen wir die Zeit vor dem Abendessen und erkunden mit dem Q8 die Region. Während wir uns für die Gemeinde begeistern, die dafür bekannt ist, das Herz des Wanderers höher schlagen zu lassen, ziehen wir unweigerlich die Blicke der Passanten auf uns. Neben der einzigartigen Karossiere, sticht die Farbe direkt ins Auge. Eigentlich bevorzuge ich eher schlichte Farben, jedoch unterstreicht das Drachenorange Metallic das wuchtige Außendesign des Q8 perfekt. Einer Sache sind wir uns sicher. Der Wagen dürfte keinem entgangen sein. Kurze Zeit später treffen auch die anderen Teilnehmer ein und wir beginnen unsere erste Wanderung. Zusammen geht es durch ein ruhiges Waldstück, entlang des Lechs zum Gasthof Klösterle im Ortsteil Zug. Während wir uns an den Käsespätzle erfreuen und sich die Gruppe untereinander kennenlernt, vergeht die Zeit wie im Flug, sodass wir nicht mitbekommen, dass bereits die Dunkelheit einbricht. Doch für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung, sodass wir anstatt zurückzulaufen, mit dem Taxi zurück zum Hotel fahren. Bevor ich mich zur Ruhe begebe, füge ich meiner Instagramstory einige Fotos und Videos hinzu und stelle meinen Wecker auf 04.00 Uhr ein. Nach fünf Stunden Schlaf packe ich meine Kameraausrüstung in meinen Rucksack und lege sicherheitshalber den Regenschutz dazu. Nach kurzer Fahrt mit dem Q8, wandern wir circa eine Stunde durch die Dunkelheit zur Siedlung Bürstegg. Zwar bleibt der Sonnenaufgang aus, jedoch sind wir heilfroh, trocken wieder am Parkplatz anzukommen, ehe die erste heftige Regenschauer beginnt. 

Zurück im Hotel, wartet nach einer warmen Dusche ein umfangreiches Frühstücksbüffet auf uns. Als nächstes steht für einen Großteil der Gruppe das Hydrospeeding auf dem Programm. Aufgrund leichter Erkältungsanzeichen, entscheiden sich Tom, Sarah und meine Wenigkeit dazu, anstelle der Teilnahme am Wassersport, den Q8 in Oberlech abzulichten. Nachdem wir unsere Aufnahmen im Kasten haben, wartet eine weitere Stärkung sowie der nächste Programmpunkt auf uns. Nach Wiener Schnitzel und Apfelschorle, wandern wir nach oben zum Rüfikopf. Wie bereits am Morgen, ist es nach wie vor sehr bewölkt, worüber sich zu der Uhrzeit jedoch niemand beschweren möchte. Die Wolken ziehen um die Berge und ergeben somit ein düsteres aber eindrucksvolles Fotomotiv. Im Anschluss an die einstündige Fotosession, fahren wir zurück ins Tal und es bleibt ein wenig Zeit, um die ersten Bilder zu bearbeiten.

Knapp 30 Minuten entfernt liegt St. Anton am Arlberg, wo wir unser nächstes Lager aufschlagen. Nahe des Skihotels Galzig essen wir zu Abend und im Gegensatz zum vorherigen Tag, können wir am nächsten Morgen etwas länger schlafen. Deshalb entscheiden wir uns, das kulinarische Angebot ausgiebig auszukosten und lassen es uns richtig gut gehen. Nach dem Frühstück fahren wir um 09.00 Uhr mit der Gondel hoch zur Valluga. Da wir leider erst später als geplant ankommen, verpassen wir am Gipfel das vorhergesagte Wolkenmeer. Sebi, Tom und ich überlegen, ob nicht irgendeine Möglichkeit besteht, am kommenden Morgen zum Sonnenaufgang bereits oben zu sein. Jedoch werden am darauffolgenden Tag an der Bergbahn Wartungsarbeiten durchgeführt, sodass es nicht möglich ist, mit der Gondel hochzufahren. Einen genauen Plan haben wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, die Hoffnung möchten wir so schnell jedoch nicht begraben. Gegen Mittag leihen wir uns E-Bikes aus und fahren mit allen Teilnehmern zu einem Gasthof. Bei Kaiserschmarren und alkoholfreiem Bier, genießen wir die Pause bei frischer Alpenluft. Auf dem Rückweg halten wir bei einem Kletterpark, wo wir verschiedene Parcours absolvieren und uns vor dem Abendessen nochmal ausgiebig sportlich betätigen. Auf die Mitarbeiter des Hotels und des Tourismusverbandsist Verlass. Zwar können wir am nächsten Morgen nicht mit der Bergbahn auf die Valluga fahren, jedoch organisieren sie uns drei E-Bikes sowie einen kleinen Transporter, um uns den Aufstieg zum Gipfel zu erleichtern. 

Es ist 03.00 Uhr, als mich Bon Scott mit Highway to Hell aus dem Schönheitsschlaf reißt. Während ich mich beim Anziehen frage, was ich hier überhaupt veranstalte, hoffe ich, dass sich das frühe Aufstehen auszahlt. Motivation sähe zu diesem Zeitpunkt sicherlich anders aus. Nach kurzer Fahrt mit dem Transporter zu einem Parkplatz unterhalb der Bergbahn, radeln wir, bewaffnet mit unseren Handytaschenlampen los. Soweit klappt alles ganz gut und überraschenderweise kann ich bei Sebis und Toms Tempo ganz gut mithalten. Als es jedoch steiler wird und mein Vorderrad auf der Schotterstraße durchdreht, bin ich gezwungen abzusteigen. „Fahrt ruhig vor, ich schaue mal wie lange ich brauche.“ Nach der ersten kräftezehrenden Steigung habe ich zunächst keine Ambitionen mehr, überhaupt weiterzufahren. Jedoch sehe ich es als relativ unnötig an, vor zwei Stunden aufgestanden zu sein, um den Berg dann wieder runterzufahren und nicht mal ein vernünftiges Foto gemacht zu haben. Das Szenario des Abwägen spiele ich etwa zehn Minuten lang durch. Zwar stehe ich gerade mit dem Fahrrad an einem Hang und von Günther Jauch ist weit und breit keine Spur, jedoch habe ich das Gefühl, dass ich alle Joker verbraucht habe und vor der entscheidenen 50:50 Frage bei Wer wird Millionär stehe. Kurzerhand entscheide mich, noch ein Stück weiterzuschieben und danach noch ein Stück weiterzuschieben und weiterzuschieben und irgendwann fahre ich auch normal mit meinem Fahrrad weiter. Bis ich am nächsten steilen Hang ankomme und das ganze Spiel von vorne losgeht. Ein Ausstehender hätte sicherlich angenommen, dass ich unter Schizophrenie leide. „Ich hab keinen Bock mehr“, „wir schaffen das“, „nochmal auf die Zähne beißen“ oder „soweit ist es sicher nicht mehr“. Durch meinen Kopf schwirren allerlei Sätze und die motivierenden bete ich mir nach und nach vor. Der letzte Aufstieg mit dem Fahrrad verläuft beschwerlich, ehe mir wieder bewusst wird, dass sich der Tourismusverband Mühe gegeben hat, die Räder und den Transporter zu organisieren und ich das Gefühl habe, den entgegengebrachten Einsatz mit einem vernünftigen Foto vom Sonnenaufgang zurückzuzahlen. Das Ziel kann nicht mehr so weit sein. Ich schiebe das Fahrrad noch einige Meter weiter und setze mich erneut auf den Sattel. Die Handytaschenlampe, die mich bis dato aufgrund der Dunkelheit in meiner Bewegungsfreiheit behindert hat, kann ich nach der letzten Steigung ausschalten.

Als ich den Berg nach oben blicke, entdecke ich ein mir signalisierendes Licht. Sebastian und Tom sind gar nicht mal so weit weg wie ich erwartet habe. Schätzungsweise liegen sie mir 15-20 Minuten voraus. Neben einem Schneefeld stelle ich das Rad neben ihren Rädern ab und trete den letzten Abschnitt des Aufstiegs zu Fuß an. Nach etwa 30 Minuten Gehweg steht langsam aber sich der Sonnenaufgang bevor. Die Wanderung hat für mich aber auch einen nostalgischen Effekt. Ein wenig komme ich mir so vor wie Frodo auf dem Weg zum Schicksalsberg. Jedoch ist mein Weg besser ausgebaut und das Hochsteigen der steilen Treppe nach Mordor, bleibt bei mir ebenfalls erspart. Bis nach ganz oben schaffe ich es voraussichtlich nicht mehr, sodass ich mich dazu entscheide, ungefähr 80 Meter unterhalb des Gipfels mein Kameraequipment auszupacken und an einer geeigneten Stelle auf den Sonnenaufgang zu warten. Der lange Aufstieg und das frühe Aufstehen haben sich ausgezahlt. Das Licht bricht durch die Wolken und der Himmel färbt sich feuerrot. 

Nachdem ich meine Fotos im Kasten habe, warte ich auf Sebastian und Tom. Nach einer Stunde werde ich langsam stutzig: „Irgendwas passt da nicht“, denke ich und rufe sicherheitshalber Tom auf seinem Handy an. „Hat der Sebastian Dich nicht erreicht?“ - „Ne, warum? Der hat sicher noch meine alte Nummer.“ - „Wir haben hier ein kleines Problem. Die Drohne hat einen Abgang gemacht und wir suchen nun danach. Warte am besten oben, wir müssen an der anderen Seite runter. Du kannst sonst schon runterfahren.“ Runterfahren ist für mich die letzte Option. Allerdings weiß ich auch nicht, wo Sebastian und Tom genau abgestiegen sind, sodass ich bei den Fahrrädern auf sie warte. Aus meinem Drohnenkoffer, dem Rucksack und meiner Jacke bastel ich mir zwischen ein paar Steinen eine angenehme Unterlage und hoffe, dass die beiden Sebastians Drohne wiederfinden. Nach einer Stunde ruft mich Tom erneut an. „Wir haben sie nicht gefunden und kommen jetzt runter.“ So hatten wir uns den Ablauf unseres morgendlichen Ausflugs nicht ausgemalt. Zumal uns langsam aber sicher die Zeit davonläuft. Während die anderen noch beim Mountain-Yoga sind, um ein wenig in der Natur abzuschalten, fahren wir mit den Rädern zurück in Richtung Tal. Anstatt wie geplant um acht Uhr im Hotel einzutreffen, um dort ein wenig Schlaf nachzuholen, stehe ich um elf Uhr unter der Dusche. Die Mitarbeiter des Skihotels Galzig haben Verständnis für unsere Verspätung und lassen uns alle Zeit der Welt, um uns in Ruhe fertig zu machen. Das gemeinsame Mittagessen mit der Gruppe an der Zwischenstation, erreichen wir nicht mehr, sodass wir im Ortskern von St. Anton noch eine Stärkung zu uns zu nehmen. 

Vor unserer Fahrt zur nächsten Destination, decken wir uns im nahegelegenen Supermarkt mit reichlich Red Bull ein und machen uns zu dritt mit dem Q8 auf den Weg nach Davos, wo wir im Hard Rock Hotel einquartiert sind. Nach einem kurzen Nickerchen, folgt eine Führung durch das Hotel und die Vorstellung des Ortes, ehe wir zum gemeinsamen Abendessen aufbrechen. Besonders fasziniert, sind wir von der nachgewiesenen heilenden Wirkung des Davoser Klimas. Der erlebnisreiche Tag, findet bei Lagerfeuer, Marshmallows und Moscow Mule auf der Dachterrasse einen gelungenen Ausklang. Für den kommenden Morgen planen wir zusammen mit der ganzen Gruppe ein Shooting des Q8 zum Sonnenaufgang am Flüelapass. Eine Mitarbeiterin des Hotels ist von unseren Fotos bei Morgenlicht so fasziniert, dass sie sich entscheidet am nächsten Morgen mitzukommen. Die Straßen sind zur frühen Stunde noch leer, sodass wir in Ruhe den Wagen in der Umgebung des Flüelapasses ablichten können, ehe es zurück zum Frühstück geht. Danach geht es für uns auf die Madrisa. Von dort aus wandern wir ins Schlappintal, wo im Anschluss das abschließende Mittagessen auf dem Programm steht. Auch diese Nacht war nur recht kurz, sodass wir uns umso mehr über die Stärkung im Tal freuen. 

Als nächstes steht die Weiterfahrt nach St. Moritz auf der Agenda, wo wir die nächsten zwei Tage verbringen. Nach unserem Check-In im Kulm Hotel, fahren wir mit der Bergbahn zum Restaurant am Muottas Muragl, wo wir zu Abend essen. Als der Sonnenuntergang anbricht, leeren sich unsere Tische abrupt, während die anderen Gäste das Naturschauspiel von drinnen betrachten. Von der Terrasse des Restaurants aus, genießen wir einen wundervollen Ausblick über St. Moritz und können erahnen, wo sich die drei 3000er rund um den Ortskern befinden. Wie sollte es anders sein. Auch am nächsten Morgen, lassen wir uns den Sonnenaufgang nicht entgehen. Zusammen mit Sarah, Sebastian und Tom fahre ich zum Lej da Staz. Von einem nahegelegenen Parkplatz, legen wir die letzten Meter zu Fuß zurück und treffen auf drei weitere Fotografen, die bereits ihre Stative aufgebaut haben. Glücklicherweise ist Sebi bestens vorbereitet und springt für die perfekte Bildkomposition ins Wasser. Da wir noch etwas Zeit haben, begeben wir uns noch vor dem Frühstück zum Julierpass, um ein paar Aufnahmen von dem Audi Q8 zu machen. Das Licht ist bereits relativ stark, sodass wir planen, gegen Nachmittag einen zweiten Versuch zu unternehmen. Nach dem Frühstück auf der Terrasse des Hotels geht es zum Standup-Paddling, das zu den umfangreichen Sommeraktivitäten der Region zählt. Bei den warmen Temperaturen, kommt uns die Abkühlung im Wasser sehr gelegen. Danach fahren wir mit der Bergbahn zur Quattrobar, um dort zu Mittag zu essen. Viele Wanderer und Mountainbiker nutzen die Möglichkeit, auf der Terrasse Rast zu halten und auch wir genießen das warme Sonnenlicht in angenehmer Atmosphäre. Mit der Bahn fahren wir noch weiter nach oben und schauen von einem der drei 3000er, dem Piz Nair, runter auf St. Moritz. Gegen Nachmittag reisen wir nach Pontresina zu unserer letzten Unterkunft, dem Grandhotel Kronenhof. Vor dem Abendessen haben wir noch genug Zeit, um uns ein wenig zu entspannen und die zweite Serie am Julierpass aufzunehmen. Den letzten Abend runden wir in gemütlicher Runde bei Cocktails in der Hotelbar ab. 

Nachdem ich am nächsten Morgen meinen Koffer gepackt habe, genieße ich einige Minuten der Ruhe auf der Terrasse meines Hotelzimmers. Ein letztes Mal trifft sich die Gruppe zum gemeinsamen Frühstück, ehe es Zeit wird Abschied zu nehmen und die Q8 Flotte zum Münchner Flughafen aufbricht. Allen Teilnehmern ist anzumerken, dass der Trip gerne hätte weitergehen können. Die Rückfahrt nach München verläuft problemlos und wir treffen rechtzeitig das vorherrschende Chaos am Flughafen an, das durch eine Sicherheitspanne einige Stunden zuvor ausgelöst worden war.Während ich mit meiner Mutter telefoniere und noch unsicher bin, ob ich es rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle und in den Flieger schaffe, wünsche ich mir die gemütlichen Sitze des Q8 zurück. In Windeseile sprinte ich zum Gate, das aufgrund der Tumulte noch nicht einmal geöffnet ist. Nochmal Glück gehabt. Als ich meinen Sitzplatz einnehme, fallen mir relativ schnell die Augen zu, sodass ich zunächst nicht mitbekomme, dass wir erst eine Stunde später abheben. Jedoch ist die Aufregung meiner Sitznachbarinnen so groß, dass ich den Lautstärkeregler meiner Kopfhörer gar nicht laut genug einstellen kann. Die Verspätung ist mir in diesem Moment egal. Viele Flüge nach Köln-Bonn wurden gestrichen, sodass ich heilfroh bin, wenigstens am selben Tag anzukommen und nicht wie viele andere, am Münchner Flughafen ausharren zu müssen. Kurz vor Abflug schicke ich eine letzte Nachricht an meine Mutter: „Ich bin endlich unterwegs nach Hause“, und gehe nochmal die Schnappschüsse auf meinem Handy durch. Festzuhalten bleibt ein erlebnisreicher Roadtrip, mit einer Gruppenkonstellation die man sich besser nicht vorstellen kann. 

Ich danke dem Team von Best of the Alps, friendship.is, allen Teilnehmern und unseren Instrukteuren Alex und Uwe für die tolle Zeit. Hoffentlich sieht man sich bald einmal wieder! 

[Anzeige] Die Nikon D850 im Handgepäck - Reisebericht über meinen Roadtrip durch Island

Wer in den vergangenen Tagen nach Island im Internet sucht, stößt auf den skandalösen Fang eines Blauwals oder den Rücktritt des Fußballnationaltrainers. Zugegebenermaßen stellt der Walfang ein heikles Thema dar. Unabhängig davon, ob ich Bekannten von den Färöer Inseln, Norwegen oder dem benannten nordischen Inselstaat vorschwärme, die Jagd auf die bedrohten Lebewesengiganten wird immer wieder hinterfragt. Obwohl viele Menschen mit Island den Walfang assoziieren, kann sich die Insel vor den Touristenströmen kaum retten. 

 Nikon D850 +28mm. f/1.4

Nikon D850 +28mm. f/1.4

Nachdem ich bereits im vergangenen Jahr Zeuge und Teil des Tourismusbooms werden durfte, führte auch in diesem Jahr kein Weg an der spektakulärsten Landschaft Europas vorbei. Aus der Sicht eines Fotografen, ließ die letzte Reise nach Island wettertechnisch jedoch zu wünschen übrig. Elf Tage lang durchquerte ich zusammen mit zwei Freunden die endlos langen Straßen der Insel. Neun davon verbrachten wir tagsüber unter strahlend blauem Himmel und waren im August für das magische Licht der Mitternachtssonne schlichtweg zu spät unterwegs. Nicht das, was man sich als Landschaftsfotograf für dramatische Aufnahmen mit düsteren Wolkenfeldern erhofft.  Bei meiner Heimkehr berichtete ich meiner Familie begeistert von der Vielfalt der Insel. Das sonnige Wetter beeinträchtigte als Wermutstropfen allerdings den Gesamteindruck der Reise. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich in absehbarer Zeit zurückkehren müsste. 

 Nikon D850 + 24-70mm. f/2.8

Nikon D850 + 24-70mm. f/2.8

Anfang Juli war es dann endlich soweit. Zusammen mit einem Freund flog ich von Frankfurt mit dem Flugzeug nach Keflavik, wo unser sechstägiger Roadtrip durch Island startete. Bei unserer Ankunft platzte mein Handgepäck nahezu aus allen Nähten. Nachdem ich im vergangenen Jahr bei meinem alten System auf verschiedene Brennweiten verzichtetet hatte, entschied mich in diesem Jahr, alle Brennweiten meines neuen Nikon-Equipments mitzunehmen und die D850 auf Herz und Nieren zu prüfen. Da die meisten Spots in Island mit dem Auto erreichbar sind, hat man nur selten Probleme durch einen schweren Rucksack. Wie auch beim letzten Mal, wurden wir auch in diesem Jahr von sonnigen Wetterverhältnis in Empfang genommen. „Das wird sich sicherlich noch ändern“ - redete ich mir ein. Ich sollte mit meinen Worten tatsächlich Recht behalten.

Auf unserem Weg zum Kirkjufellsfoss zogen sich die Wolken langsam zusammen, sodass wir bereits auf dem Weg zu unserem ersten Ziel einige Aufnahmen machen konnten. Pünktlich zu Sonnenuntergang trafen wir am Parkplatz nahe des Kirkjufell-Berges ein. Dem ein oder anderen mag dieser Ort ein Begriff aus der Serie Game of Thrones sein, wo er als Pfeilspitzen-Berg bezeichnet wird. Während sich die meisten Fotografen nahe des Kirkjufellsfoss positionierten, entdeckten wir auf dem Weg zu dem Wasserfall eine große Pfütze, in der sich die eindrucksvolle Bergspitze spiegelte. Alleine für dieses Foto hatte sich die Fahrt Richtung Norden bezahlt gemacht. 

 Nikon D850 + 14-24mm. f/2.8

Nikon D850 + 14-24mm. f/2.8

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter in Richtung Süden. Falls jemand nur wenige Tage Zeit hat und dennoch so viele beeindruckende Orte wie möglich sehen möchte, kann ich demjenigen insbesondere diese Region ans Herz legen. Auf wenigen Kilometern wird man Zeuge gewaltiger Naturschauplätze, bei denen es sich häufig um meterhohe Wasserfälle handelt. Einer von ihnen ist der Seljalandsfoss der nahe der Ringstraße zwischen Hvolsvöllur und Skógar liegt. Sowohl bei der Aufnahme des Kirkjufell-Berges als auch am 66-Meter hohen Seljalandsfoss war ich froh, mein 14-24mm. Weitwinkelobjektiv dabei zu haben, um die Orte in ihrem beeindruckenden Ausmaß festhalten zu können. 

Im Anschluss an die beiden Wasserfall-Riesen Seljalandsfoss und Skógafoss fuhren wir nur wenige Meter weiter zum Parkplatz des Skógar-Museums. Die meisten Touristen brechen nach der Besichtigung des imposanten Skófafoss direkt auf und verpassen dadurch ein weiteres Naturschauspiel.

Im Gegensatz zu den bereits angesprochenen Wasserfällen, war der dritte Wasserfall zwar recht zierlich, doch begeisterte uns getreu dem Motto klein aber fein. Weder im Internet noch vor Ort findet man einen Namen oder eine genaue Wegbeschreibung, was uns jedoch nicht davon abhielt, die Region rund um das Museum näher zu erkunden. Anhand des Satellitenbildes hatten wir den Wasserfall entdeckt und mussten hinter dem Museum lediglich den bereits vorhandenen Fußspuren folgen. Da es noch recht früh am Morgen war, hatten wir die wunderschöne Kulisse für uns. Auch dort blieb mir die Panoramaaufnahme sowie das lästige Zusammensetzen mehrerer Fotos in der Nachbearbeitung erspart, da ich mit dem Weitwinkelobjektiv alles mit einer Aufnahme abbilden konnte. 

Bei unserem nächsten Stop kam dann endlich mein Teleobjektiv zum Einsatz. Nachdem mich das 70-200mm. bereits in den letzten zwei Monaten in China, England, Frankreich und Norwegen begeistern konnte, freute ich mich, es auch in Island wieder mit dabei zu haben. Sowohl auf 70mm. als auch 200mm. macht das Objektiv im Zusammenspiel mit den 45,7 Megapixeln eine gute Figur. Sofern die 200mm., wie bei dem Foto des Puffins, einmal nicht ausreichen, kann man in der Nachbearbeitung mit ruhigem Gewissen weit genug reinzoomen, ohne große Verluste der Qualität in Kauf nehmen zu müssen.

Rund 70 Kilometer von Vík entfernt liegt Fjaðrárgljúfur. Sowohl der Canyon  als auch dessen Aussprache machten mich bereits bei meinem ersten Besuch sprachlos. Die etwa zwei Kilometer lange Schlucht entstand durch das fließende Wasser des Flusses Fjaðrá, indem unteranderem Justin Bieber bereits ein Bad nahm. Über einen ausgebauten Wanderweg gelangt man zu der Aussichtsplattform, die den besten Blick in den Canyon bietet. 

 Nikon D850 + 14-24mm. f/2.8

Nikon D850 + 14-24mm. f/2.8

Als letztes fuhren wir zu der Gletscherlagune Jökulsárlón, die neben dem größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull, liegt. Im Gegensatz zum Film "Stirb an einem anderen Tag", spielte sich während unseres Besuchs keine Verfolgungsjagd auf dem Gletschersee ab und auch Pierce Brosnan war nicht in Sichtweite. Dennoch stellte der Besuch der eisigen Gletscherlagune einen schönen Abschluss einer beeindruckenden Reise dar. 

 Nikon D850 + 70-200mm. f/2.8

Nikon D850 + 70-200mm. f/2.8

Auch nach meiner zweiten Reise nach Island, kann ich jedem empfehlen, sich selbst von der beeindruckenden Natur ein Bild zu machen. Island ist immer eine Reise wert, so viel steht fest. Nachdem ich nun bereits zum zweiten Mal im Sommer vor Ort war, kann ich es kaum erwarten, die Insel im diesjährigen Winter zu erkunden. Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich bei Nikon Deutschland für die großartige Unterstützung und die bisherige Zusammenarbeit bedanken. Ich freue mich bereits auf unser nächstes gemeinsames Projekt. 

[Anzeige] Pandabären, Bambuswälder und Feuertopf - der legendäre Südwesten Chinas

Es ist Anfang Juni und kurz nach 22 Uhr. Ich sitze am Schreibtisch in meinem Hotelzimmer und importiere die Fotos von meiner Speicherkarte auf die Festplatte meines Rechners. Während sich im schleichenden Prozess meine Lightroom-Bibliothek füllt, lasse ich die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Ich befinde mich 7885 Kilometer von zu Hause entfernt und mein Hotelzimmer erweckt den Anschein als ob ein Frühpubertierender sturmfrei hätte. Auf dem Schreibtisch reihen sich Cola-Dosen mit der Aufschrift 可乐 aneinander. Daneben liegen frisches Obst und zahlreiche Süßigkeiten aus der Heimat; eingekauft im nahegelegnen Supermarkt für 67,79 Renminbi Yuan (CNY) - umgerechnet nicht einmal zehn Euro. Aus meinem überladenen Koffer schauen mir die Pandabärkuscheltiere bereits entgegen, als wollten sie signalisieren, dass dieser wegen Überfüllung nun geschlossen sei. Der großen Herausforderung des Kofferpackens gehe ich erst einmal aus dem Weg. Ich schaue aus dem Fenster des Hotelzimmers auf einen nahegelegenen Platz und beobachte eine kleine Menschenmenge vor einem Supermarkt. Jung und Alt, ein Altersunterschied von schätzungsweise 50 Jahren, die sich zur späten Stunde noch unterhalten. Worüber mögen sie wohl reden? Wie es der Familie geht? Ob den Jüngeren ihr Studium Spaß macht? Ich weiß es nicht. Selbst wenn ich unmittelbar daneben stehen würde, wäre ich derselbe stille Beobachter, der allerhöchstens Emotionen anhand ihrer Gestik und Mimik zu deuten versuchen könnte. Der Importiervorgang der Fotos ist inzwischen abgeschlossen. Ich synchronisiere meine fotografischen Highlights des Tages mit meinem iPhone und füge sie zu meiner Instagram-Story hinzu. Den letzten Schnappschuss beschreibe ich mit den Worten: „We finally met some Pandas“ und teile die Momentaufnahme des kuscheligen Säugetieres mit der Außenwelt. Ähnlich wie an den vorherigen Abenden ist es spät geworden. Ich putze mir die Zähne und stelle meinen Wecker auf 09.30 Uhr; denn im Gegensatz zum bisherigen Tagesprogramm, kann ich am letzten Tag unseres Trips ausschlafen. Ich schalte das Licht aus, schließe meine Augen und trete eine Zeitreise durch die vergangenen Tage an. 

Unsere Reise startet in Frankfurt, wo sich alle Reiseteilnehmer zusammenfinden. Nach kurzem Kennenlernen am Check-In-Schalter, geht es zu neunt zum Gate von Air China. Die letzte Möglichkeit, sich die Beine zu vertreten und sich mit Lesestoff für den zehnstündigen Flug in das weinentfernte China zu versorgen. Viele Sitzplätze bleiben frei, sodass uns das Bordpersonal genehmigt, uns ein wenig auszubreiten. Einige Angehörige der Blogger-Reise waren bereits einmal in Asien. Zusammen mit meinen Sitznachbarn Frauke, Marcel und Pelle betrete ich Neuland. Wir tauschen uns über unsere Erwartungen an das Land aus und schnell wird deutlich, dass alle besonders auf das Essen gespannt sind. Die Verpflegung während des Flugs lässt uns einen ersten Vorgeschmack erhaschen. Vom kulinarischen Angebot bin ich positiv überrascht. Nach dem Essen schaffe ich es die Augen zu schließen, ehe durch den Flieger ertönt, dass wir in Kürze den Landeanflug antreten. 

Wir landen in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Der Mehrheit unserer Gruppe sieht man den Schlafmangel an. Die meisten, mich inbegriffen, würden am liebsten weiterschlafen. Doch am ersten Tag startet bereits unser Programm, sodass es erforderlich ist, sowohl den Jetlag als auch den inneren Schweinehund zu überwinden. Nach der Überprüfung unserer Einreisegenehmigung und der erneuten Kontrolle unseres Gepäcks, treffen wir auf unseren Reiseführer Billy. Als er uns sieht, strahlt er über beide Ohren und heißt uns herzlich willkommen. Er führt uns zu unserem Reisebus mit dem wir zu unserer ersten Unterkunft fahren. Unter schwülen Wetterbedingungen durchqueren wir den Weg vom Flughafen bis zum Hotel. Während wir einen ersten optischen Eindruck von der Architektur Chengdus vermittelt bekommen, erzählt Billy über den Aufbau und die Historie der Stadt. Diese sei seit Jahrhunderten für ihre ausgezeichnete Küche, die romantischen Teehäuser, zahlreichen Parks und Tempel bekannt und zähle mittlerweile über zwölf Millionen Einwohner. Heute gilt Chengdu als eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Während man die Wolkenkratzer und modernen Wohnhochhäuser kaum mehr nachzählen könne, fände man nur noch wenige alte Gebäude. Die Strecke vom Flughafen zu unserem Hotel ist nicht besonders lang. Allerdings herrscht bereits in den frühen Morgenstunden sehr dichter Verkehr und im Gegensatz zu den deutschen Vorschriften, scheint es hier keine Helmpflicht für Zweiradfahrer zu geben. Im Hotel angekommen, verbleibt genug Zeit, um sich noch einmal hinzulegen und sich frisch zu machen. Gegen Mittag fahren wir mit dem Bus zu unserem ersten Ziel, dem buddhistischen Wenshu-Kloster. Wir erfahren, dass der Tempel dem Wenshu, dem Gott der Weisheit gewidmet wurde und dass die Gründung auf das siebte Jahrhundert zurückgeht. Viele Chinesen huldigen kniend unter den Kiefern- und Gingkobäumen den Schreinen. 

Im Anschluss fahren wir weiter zur Jinli Altstraße, welche als erste Straße des Shu-Königreichs bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Wenshu-Kloster, ist die Jinli-Straße dicht besiedelt, sodass man schnell den Überblick über die anderen Mitreisenden verliert. Was mir jedoch sehr gut gefällt, ist die traditionelle und bunte Architektur der Gebäude, die ein Kontrastprogramm zur modernen Innenstadt darstellen. Den ersten Tag lassen wir in einem der nahegelegenen Parks ausklingen. Wir sind sichtlich begeistert. Sowohl junge als auch alte Leute treiben gemeinsam Sport, musizieren oder unterhalten sich bei einer Tasse Tee. Und wir stellen schnell fest, dass sie sich darüber freuen, dass wir an ihrer Kultur interessiert sind. 

Am darauffolgenden Tag fahren wir in das nahegelegene Leshan, wo wir im Rahmen einer Bootsfahrt die weltgrößte Buddha-Figur aus Stein besichtigen. Diese ist 71 Meter hoch und bis zu 28 Meter breit. Die Figur wurde im achten Jahrhundert über 90 Jahre lang von buddhistischen Mönchen in eine Felswand gehauen, um die passierenden Boote und ihre Passagiere vor Unwettern zu schützen. Nicht nur die Figur wird von den Touristen fotografiert. Auch wir werden von zahlreichen Einheimischen nach Selfies gefragt und mutieren zur Überraschungsattraktion der Bootsfahrt. Im Anschluss an das Mittagessen fahren wir weiter zum Fuß des Eimeishan Bergs, den wir am nächsten Morgen besichtigen. Der Emeishan Berg ist einer der vier heiligen Berge des Buddhismus und liegt 160 Kilometer von Chengdu entfernt. Seit dem sechsten Jahrhundert gilt das Gebirge als heiliger Ort des Buddhismus. Vor unserem Gipfelantritt werden wir ausdrücklich davor gewarnt, unsere Wertgegenstände aus unseren Hosentaschen zu entfernen und bestmöglich im Rucksack zu verstauen. Denn die dort ansässigen Makaken sind Menschen gegenüber sehr zutraulich. Am Gipfel angekommen, befinde ich mich in einem Wechselbad der Gefühle. Einerseits bin ich fasziniert von der tollen Aussicht, andererseits ein wenig enttäuscht, die Affen nicht gesehen zu haben. Nach einem etwa einstündigen Aufenthalt auf dem Gipfel des Emeishan, treten wir den Weg zurück ins Tal an. Und wer hätte es gedacht, die Makaken haben sich bereits auf die Lauer gelegt. Eigentlich bin ich ein großer Fan von Überraschungen. Es wirkt allerdings eher angsteinflößend als überraschend, wenn ein Affe mit einer Mülltüte bis auf wenige Zentimeter an einem vorbeiläuft. Zudem muss ich zugeben, dass ich mir die Tiere deutlich kleiner vorgestellt hatte. Zumindest von meiner Seite aus besteht großer Respekt gegenüber den Makaken. 

Als ich abends ein Foto bei Instagram teile und die anderen Nutzer frage, ob sie bereits Erfahrungen mit den Affen am Emeishan Berg gesammelt haben, schreibt mir ein Nutzer, dass ihm ein Affe auf seinen Rucksack gesprungen sei. Rückblickend bin ich heilfroh ein gesundes Maß an Distanz eingehalten zu haben.  

Aufgrund einer Vollsperrung verbringen wir den vierten Tag nur im Bus und nutzen die Zeit, um uns sowohl über unsere bisherigen Eindrücke als auch weiteren Erwartungshaltungen an die Reise auszutauschen. Hoch im Kurs steht bei allen der Besuch der Pandabärstation. Gegen Abend kommen wir im tibetisch geprägten Gebiet des Danba-Tals an. 

Am nächsten Morgen erkunden wir die Dörfer der Region und erhalten einen Einblick in das Leben und die Kultur der Bewohner des Danba-Tals. Die Menschen sind sehr freundlich. An verschiedenen Parkplätzen bietet sich die Möglichkeit, Gewürze oder frische Lebensmittel bei Einheimischen zu kaufen. Obwohl keiner von ihnen der englischen Sprache mächtig ist, funktioniert die Verständigung über Gestik und Mimik. Insbesondere durch die getrockneten Apfelscheiben, ziehen sie einige von unserer Gruppe als Neukunden an Land. Im Anschluss an die Erkundung der Dörfer, besichtigen wir die Innenstadt Sezuans. Während wir durch die Stadt spazieren und am ein oder anderen Schaufenster anhalten, wird mir bewusst, dass wir zumindest optisch Außenseiter sind. Egal wo wir sind, wir fallen auf. Wir sehen nicht aus wie die meisten und ich stelle mir die Frage, wie es wohl wäre, hier geboren zu sein. Ich hätte andere Werte vermittelt bekommen, wäre Teil einer anderen Kultur. Immer wieder mache ich mir bewusst, wie weit ich von zu Hause entfernt bin und wie schnell eine andere Welt heute zu erreichen ist. Plötzlich blicke ich in das lächelnde Gesicht einer alten Frau und erneut realisiere ich, dass es egal ist, woher man kommt, wie man erzogen wurde und welcher Religion man angehört. Im Endeffekt schlägt jedes Herz gleich. 

Am sechsten Tag ist es dann endlich soweit. Wir bekommen die Pandabären hautnah zu Gesicht. Und schnell wird deutlich, dass an der zugeschriebenen Gelassenheit der Tiere etwas wahres dran ist. Während einer der Pandabären im Baum sitzt und sich nicht vom Fleck rührt, kauen die anderen an ihren Bambusstangen. Billy erklärt uns, dass ihre Gelassenheit damit zusammenhänge, dass die Bären einen ungewöhnlich niedrigen Energieverbrauch haben. Ein Vorteil für das perfekte Foto. Denn so leicht ist es bislang keinem von uns gelungen, ein Tier fotografisch einzufangen.

Am vorletzten Tag besuchen wir das UNESCO Weltkulturerbe Dujiangyan, das seit 2300 Jahren den Fluss Min reguliert. Dort begegnen wir einer chinesischen Schulklasse, die von unserem Besuch total fasziniert ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Einheimischen, sprechen sie sehr gut Englisch und zählen uns zahlreiche deutsche Nationalspieler auf, denen sie nacheifern. Zu guter Letzt machen wir ein gemeinsames Gruppenfoto, ehe wir zurück nach Chengdu fahren.


Meine Zeitreise endet. Um 09.30 Uhr klingelt wie geplant mein Wecker und der letzte Tag unseres Aufenthalts in China bricht an. Ebenso wie ein Teenager unter Zeitdruck steht, das Haus vor der Ankunft seiner Eltern in einen vernünftigen Zustand zu bringen, widme ich mich der Aufgabe, auf Biegen und Brechen alles in meinem Koffer zu verstauen. Das lebensgroße Pandabärbaby-Kuscheltier stellt dabei keine große Hilfe dar. Um 12.00 Uhr verlasse ich wie geplant das Hotelzimmer und treffe mich mit den anderen Reiseteilnehmer in der Lobby.  Am Nachmittag besuchen wir das bekannte Sanxingdui Museum, bevor wir den letzten Abend beim Hot-Pot-Essen, Sichuans kulinarischer Spezialität, ausklingen lassen. Nach einem letzten Spaziergang durch die Straßen Chenguds, brechen wir gegen 21.30 Uhr in Richtung Flughafen auf. Während des Rückflugs finde ich nur wenig Schlaf. Ich durchforste mein Handy nach den Fotos und Videos der vergangenen Woche und mir wird bewusst, dass dies nicht meine letzte Reise nach Asien war.