[Anzeige] Rockige Tage im Schnee - zu Gast beim Coverfestival Davos

Kurz nach sechs. Obwohl ich keinen Wecker gestellt habe, werde ich auf angenehme Weise aus dem Land der Träume abgeholt. Die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch einen kleinen Spalt der Gardinenvorhänge in mein Gesicht und begleiten meinen Start in den Tag. Ich ziehe mir einen Pullover über und setze mich für einen kurzen Augenblick auf den Balkon. Zur Einstimmung auf die bevorstehenden Tage starte ich das Lied der Beatles “Here Comes The Sun” und blicke auf die Skipiste unterhalb des Jakobhorns. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres bin ich beruflich in Davos Klosters, wo ich dieses Mal das Coverfestival fotografisch begleite. 12 Bands sind in der Stadt der Schweizer Alpen zu Gast, um in vier Tagen 18 Konzerte darzubieten.

Seit 2015 steht das Festival für rockige Tage im Schnee, an denen Musikbegeisterte sowohl tagsüber als auch zur späteren Stunde tolle Auftritte erleben können. Bis auf die Dinner-Show sind alle Vorstellungen der Coverbands kostenlos. Während ich die ersten Minuten des Tages auf dem Balkon verweile, mache ich mir ein paar Gedanken. Eine besondere Erwartung habe ich ehrlicherweise nicht. In erster Linie möchte ich vernünftige Fotos abliefern. Natürlich hatte mir Petra vom Tourismusverband im Vorjahr vom Festival vorgeschwärmt, um mich für das Event zu begeistern. Dennoch bin ich ein wenig skeptisch, wie gut die Coverbands wirklich sind.

Ob und inwieweit Petras Erzählung der Wahrheit entspricht, werde ich in den kommenden Tagen herausfinden. Bis zum ersten Konzert habe ich noch einige Stunden Zeit um mich bestmöglich vorzubereiten. Nach einem reichhaltigen Frühstück leere ich alle Speicherkarten und lade die Akkus auf. Den Nachmittag nutze ich für einen kleinen Spaziergang, ehe ich mich am Abend mit dem Auto in Richtung Davos Dorf begebe.

Den Ort des Geschehens habe ich mir bereits am Vortag angesehen. Angeblich werden bis zu 450 Leute erwartet. Als ich im Montanasaal gegen 20.30 Uhr eintreffe, ist noch nicht besonders viel los. In aller Ruhe mache ich ein paar Aufnahmen von den Instrumenten auf der Bühne und warte darauf, dass das Konzert beginnt. Während ich die Wartezeit an meinem Handy überbrücke, strömen nach und nach Gäste in den Saal.

Pünktlich um 21 Uhr geht das Licht aus und “Bryan Adams Tribute” betritt die Bühne. Binnen 20 Minuten hat sich der Saal komplett gefüllt, sodass ich aus der letzten Reihe nicht mehr nach vorne blicken kann. Ich organisiere mir einen Hocker, um über das Publikum blicken zu können und die ersten Minuten des Konzerts aufzuzeichnen. Spätestens als die Jungs “Summer of 69” performen, geht das Publikum lautstark mit. Auch ich lasse mich von der guten Stimmung anstecken und bin sichtlich begeistert. Die Atmosphäre ist gigantisch und der Sound, den die Band liefert kaum vom Original zu unterscheiden.

Ehe das Konzert endet, verlasse ich den Montanasaal, um in Richtung Bolgenschanze aufzubrechen. Dort steht um 23 Uhr das zweite Konzert für diesen Abend auf der Agenda. “Elephunk” tritt im angesagten Club von Davos Platz mit den besten Lieder der Black Eyed Peas auf. Als ich die Location betrete, erkenne ich direkt den Altersunterschied zum vorherigen Publikum. Besonders viele junge Leute stehen bereits vor dem Eingang und freuen sich auf den Auftritt der Coverband. Nachdem diese bereits im Vorjahr zu Gast war, berichten mir Einheimische, dass die Show der Renner sei. Die Gruppe lässt sich Zeit, was die Konzertgäste jedoch keineswegs stört. Die Meisten wissen, dass es sich lohnt zu warten. Die Zeit des Auftritts vergeht wie im Flug. Einerseits bereitet es mir große Freude, die Künstler fotografisch in Szene zu setzen, andererseits habe ich das Verlangen, die Kamera einzupacken und die Show wie die anderen Gäste zu genießen. Kurz vor Konzertende komme ich meinem Wunsch nach und erfreue mich an der guten Musik. Wenige Minuten gehe ich zurück zu meinem Hotel, wo ich noch alle Fotos sichere, ehe ich das Licht ausschalte.

Der nächste Tag sieht ungefähr genauso aus wie der Erste. Tagsüber beschäftige ich mich mit der Bearbeitung der Fotos und Videos, ehe ich am Abend zwei Konzerte ablichte. Erneut geht es für mich in den Montanasaal und danach in die Bolgenschanze. Der Frontmann der Queen-Coverband “The Bohemians” hört sich nicht nur identisch an wie Freddie Mercury, sondern sieht ihm auch verblüffend ähnlich. Bereits am ersten Tag im Montanasaal war ich von dem Publikumsandrang fasziniert. Was sich beim heutigen Konzert abspielt, entspricht ungefähr dem, wovon mir Petra im Vorfeld berichtet hatte. Der Saal ist proppenvoll, sodass es schwer ist, mit der Kamera durch das Publikum zu kommen. Sobald ein Lied endet, nutze ich die Zeit um mir einen neuen Spot zu suchen, ehe der nächste Hit durch den Montanasaal schallt und dem Publikum einheizt. Wie auch am Vorabend gönne ich mir eine kurze Pause und lausche den Klängen der Band. Pünktlich zu “The Show Must Go On” ziehe ich mir meine Jacke über und breche zur nächsten Vorstellung auf.

Vor dem anstehenden Auftritt von “Nirvana UK” in der Bolgenschanze sichere ich alle Dateien in meinem Hotelzimmer und stelle den Wagen in der Garage ab. Die Band sorgt für eine gelungene Abwechslung, bei der es deutlich rockiger zugeht. Während ich mich immer wieder frage, wie die Gitarristen erkennen können, welche Seiten sie spielen, scheinen sie ihr Handwerk in- und auswendig zu kennen. Immer wieder elektrisieren sie das Publikum und regen die Gäste zum synchronen Headbanging an. Unabhängig von Kurz- oder Langhaarfrisur, findet die Band Begeisterte, die die Bewegungen der Musiker nachahmen und zum Takt mitgehen. Da ich noch einige Fotos bearbeiten muss und die Konzerte am kommenden Festivaltag bereits früher beginnen, beschließe ich die Location noch vor Konzertende zu verlassen.

Bevor es für mich zum ersten Konzert des Tages geht, steht nach dem Frühstück erneut die Bearbeitung der Fotos auf dem Programm. Gegen 11.30 Uhr packe ich meinen Rucksack zusammen und lege meine Ski-Ausrüstung zurecht. Auf die Anreise zu den anstehenden Konzerten freue ich mich bereits die ganze Woche. Nachdem ich zwei Wochen wegen einer Erkältung sportlich pausieren musste, geht es für mich mit den Skiern zur Parsennhütte. Mit dem Bus fahre ich nach Davos Dorf. Von dort aus begebe ich mich mit der Bergbahn ins Skigebiet. Obwohl ich weiß, wie wichtig es ist, dass mein Equipment ohne Schäden an der Hütte ankommt, setzt bei mir der Verstand aus. Schwerbeladen trete ich die Abfahrt an und krache in Windeseile die Piste herunter. Glücklicherweise komme sowohl ich als auch meine Ausrüstung unbeschadet an, sodass dem Konzert der U2-Coverband “Achtung Babies” nichts mehr im Wege steht. Pünktlich um 13.30 Uhr startet die Show, über die sich nicht nur Skifahrer sondern auch Personen ohne Skiausrüstung freuen. Dank der nahegelegnen Parsennbahn können auch Nicht-Wintersportler an den Konzerten teilnehmen. Während im Hintergrund Skifahrer das tolle Wetter genießen und die Abfahrt zu absolvieren, bietet die Band dem Publikum einen tollen Auftritt mit Songs wie “One” oder “Beautiful Day”. Passend zur musikalischen Performance, könnten die Wetterbedingungen für die Konzerte unter freiem Himmel kaum besser sein.

Im Anschluss an “Achtung Babies” folgt die Show von “The Boss UK”. Die meisten Zuhörer bleiben nach dem Konzert an der Parsennhütte und verfolgen auch den zweiten Auftritt. Die Band covert die Lieder von Bruce Springsteen. Songs wie “Born in the U.S.A.” oder “Hungry Heart” reißen das Publikum mit. Die Location an der Parsennhütte wird dem Motto des Festivals gerecht, rockige Tage im Schnee werden hier perfekt verkörpert. Da ich gegen 19 Uhr bereits zum nächsten Konzert aufbrechen muss, verlasse ich die Vorstellung gegen 16:15 Uhr. Mit der Parsennbahn fahre ich zunächst zur Gipfelstation. Von dort aus geht es mit der Bergbahn zurück ins Tal. Im Hotel angekommen, esse ich auf dem Zimmer zu Abend und sichere das Datenmaterial. Während ich mich im Bad fertig mache, importiert mein MacBook alle Fotos und die Akkus laden zeitgleich auf. Pünktlich um 19:00 Uhr sitze ich im Auto, um zum letzten Programmpunkt des Tages zu fahren.

Mit dem Wagen steuere ich in Richtung Flüelapass. Im InterContinental Hotel findet am Abend die “Elton John - Dinnershow” statt. Nach dem Einlass um 19:30 Uhr essen die Gäste zunächst in Ruhe zu Abend. Gegen 21:00 Uhr betritt die Coverband “The Elton Show” die Bühne. Das Double von Elton John sieht fast genauso aus wie sein Original. Die Gäste lauschen den Songs wie “Tiny Dancer” oder “Your Song”. Die Pausen zwischen den Liedern werden genutzt, um den nächsten Gang zu servieren. Ab und an laufen Kellner auch während des Konzerts durch den großen Saal, was aber nicht weiter störend ist. Die Gäste genießen das gute Essen und die musikalische Darbietung der Band. Im Vergleich zu den anderen Konzerten, sind die Karten für die Dinner-Show gebührenpflichtig.

Ursprünglich möchte ich im Anschluss an die Show noch aus privatem Interesse das Konzert der Green Day Tribute Band in der Bolgenschanze ansehen. Ich entscheide mich jedoch früh schlafen zu gehen und mich auf den letzten Tag vorzubereiten.

Am letzten Morgen räume ich meinen Koffer ein, ehe ich um 12:00 Uhr auschecke. Mein Auto ist bereits beladen, sodass ich am Nachmittag direkt meine Heimreise antreten kann. Ich nutze die Zeit vor dem Auftritt von “John Diva and the Rockets of Love”, um die Fotos des Vorabends zu bearbeiten und schlendere noch einmal durch die Straßen von Davos. Kurz vor 14:00 Uhr treffe ich vor dem Restaurant Bolgen Plaza ein. Viele Gäste haben sich bereits eingefunden, um sich die besten Plätze vor der Bühne zu sichern. Noch einmal kommen alle Besucher des Festivals in den musikalischen Genuss und bekommen von “John Diva and the Rockets of Love” ein würdiges Abschlussprogramm geboten. Getreu dem Motto “Das Beste kommt zum Schluss”, stellt das letzte Konzert mein persönliches Highlight der vergangenen Tage dar. Die Band covert Lieder verschiedener Bands und bringt Davos noch einmal zum Kochen.

Gegen 16:00 Uhr endet das Konzert, was viele jedoch nicht davon abhält, weiter am Bolgen Plaza zu verweilen und die letzten Sonnenstrahlen des Wochenendes zu nutzen. Für mich hingegen geht es zurück zur Hotelgarage, von wo aus ich meine Heimfahrt antrete. Rückblickend muss ich ehrlicherweise zugeben, dass Petra mit ihren Aussagen über das Festival recht behalten hat. Wer Freude an der benannten Musik hat, kommt beim Coverfestival Davos definitiv auf seine Kosten. Auch ich werde im kommenden Jahr wieder vor Ort sein. Eine vertrauensvolle Quelle hat mir berichtet, dass man sich den 26.-29. März 2020 vormerken sollte. Es war mir eine große Freude. Bleibt rockig und bis spätestens nächstes Jahr in Davos!