[Anzeige] Die Nikon D850 im Handgepäck

Wer im vergangenen Jahr nach Island im Internet sucht, stößt auf den skandalösen Fang eines Blauwals oder den Rücktritt des Fußballnationaltrainers. Zugegebenermaßen stellt der Walfang ein heikles Thema dar. Unabhängig davon, ob ich Bekannten von den Färöer Inseln, Norwegen oder dem benannten nordischen Inselstaat vorschwärme, die Jagd auf die bedrohten Lebewesengiganten wird immer wieder kritisch hinterfragt. Obwohl viele Menschen mit Island den Walfang assoziieren, kann sich die Insel vor den Touristenströmen kaum retten. 

Nachdem ich bereits 2017 Zeuge und Teil des Tourismusbooms werden durfte, führte auch im letzten Jahr kein Weg an der spektakulärsten Landschaft Europas vorbei. Aus der Sicht eines Fotografen, ließ die erste Reise nach Island wettertechnisch jedoch zu wünschen übrig. Elf Tage lang durchquerte ich zusammen mit zwei Freunden die endlos langen Straßen der Insel. Neun davon verbrachten wir tagsüber unter strahlend blauem Himmel und waren im August für das magische Licht der Mitternachtssonne schlichtweg zu spät unterwegs. Nicht das, was man sich als Landschaftsfotograf für dramatische Aufnahmen mit düsteren Wolkenfeldern erhofft.  Bei meiner Heimkehr berichtete ich meiner Familie begeistert von der Vielfalt der Insel. Das sonnige Wetter beeinträchtigte als Wermutstropfen allerdings den Gesamteindruck der Reise. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass ich in absehbarer Zeit zurückkehren muss. 

Im Juli des vergangenen Jahres war es dann endlich soweit. Zusammen mit einem Freund flog ich von Frankfurt mit dem Flugzeug nach Keflavik, wo unser Roadtrip durch Island startete. Bei unserer Ankunft platzte mein Handgepäck nahezu aus allen Nähten. Nachdem ich im vergangenen Jahr bei meinem alten System auf verschiedene Brennweiten verzichtetet hatte, entschied mich in diesem Jahr, alle Brennweiten meines neuen Nikon-Equipments mitzunehmen und die D850 auf Herz und Nieren zu prüfen. Da die meisten Spots in Island mit dem Auto erreichbar sind, hat man nur selten Probleme mit einem schweren Rucksack. Wie auch beim ersten Mal, wurden wir auch bei unserer zweiten Reise von sonnigen Wetterverhältnis in Empfang genommen. „Das wird sich sicherlich noch ändern“ - redete ich mir ein. Glücklicherweise sollte ich mit meinen Worten tatsächlich Recht behalten.

Auf unserem Weg zum Kirkjufellsfoss zogen sich die Wolken langsam zusammen, sodass wir bereits auf dem Weg zu unserem ersten Ziel einige Aufnahmen machen konnten. Pünktlich zum Sonnenuntergang trafen wir am Parkplatz nahe des Kirkjufell-Berges ein. Dem ein oder anderen mag dieser Ort ein Begriff aus der Serie Game of Thrones sein, wo er als Pfeilspitzen-Berg bezeichnet wird. Während sich die meisten Fotografen nahe des Kirkjufellsfoss positionierten, entdeckten wir auf dem Weg zu dem Wasserfall einen großen Teich, in dem sich die eindrucksvolle Bergspitze spiegelte. Alleine für dieses Foto hatte sich die Fahrt Richtung Norden bezahlt gemacht. 

Am nächsten Morgen ging es für uns weiter in Richtung Süden. Falls jemand nur wenige Tage Zeit hat und dennoch so viele beeindruckende Orte wie möglich sehen möchte, kann ich demjenigen insbesondere diese Region ans Herz legen. Auf wenigen Kilometern wird man Zeuge gewaltiger Naturschauplätze, bei denen es sich häufig um meterhohe Wasserfälle handelt. Einer von ihnen ist der Seljalandsfoss der nahe der Ringstraße zwischen Hvolsvöllur und Skógar liegt. Sowohl bei der Aufnahme des Kirkjufell-Berges als auch am 66-Meter hohen Seljalandsfoss war ich froh, mein 14-24mm. Weitwinkelobjektiv dabei zu haben, um die Orte in ihrem beeindruckenden Ausmaß festhalten zu können. 

Im Anschluss an die beiden Wasserfall-Riesen Seljalandsfoss und Skógafoss fuhren wir nur wenige Meter weiter zum Parkplatz des Skógar-Museums. Die meisten Touristen brechen nach der Besichtigung des imposanten Skófafoss auf und verpassen dadurch das folgende Naturschauspiel.

Im Gegensatz zu den bereits angesprochenen Wasserfällen, war der dritte Wasserfall recht zierlich, entsprach jedoch dem Motto: Klein aber fein. Weder im Internet noch vor Ort fanden wir einen Namen oder eine genaue Wegbeschreibung, was uns jedoch nicht davon abhielt, die Region rund um das Museum näher zu erkunden. Anhand des Satellitenbildes hatten wir den Wasserfall entdeckt und mussten hinter dem Museum lediglich den bereits vorhandenen Fußspuren folgen. Da es noch recht früh am Morgen war, hatten wir die wunderschöne Kulisse für uns. Auch dort blieb mir die Panoramaaufnahme sowie das lästige Zusammensetzen mehrerer Fotos in der Nachbearbeitung erspart, da ich mit dem Weitwinkelobjektiv alles mit einer Aufnahme abbilden konnte. Als wir unsere Aufnahmen des Kvernufoss im Kasten hatten, den Namen habe ich mittlerweile ausfindig gemacht, steuerten wir den nächsten Spot an.

Rund 70 Kilometer von Vík entfernt liegt Fjaðrárgljúfur. Sowohl der Canyon als auch dessen Aussprache sorgten bereits bei meinem ersten Besuch für Sprachlosigkeit. Die etwa zwei Kilometer lange Schlucht entstand durch das fließende Wasser des Flusses Fjaðrá. Seine Bekanntheit erlangte der Ort durch keinen geringeren als Justin Bieber, der im Rahmen eines Musikvideos in dem Canyon ein Bad nahm. Da sich die Natur von dem daraus resultierenden Besucherandrang aktuell erholen muss, ist die Schlucht bis zum 1. Juni 2019 gesperrt. Sobald der ausgebaute Wanderweg wieder geöffnet wird, gelangen Besucher zu der Aussichtsplattform, die meiner Meinung nach den besten Blick in den Canyon bietet. 

Am Ende unserer kurzen Reise erkundeten wir die Gletscherlagune Jökulsárlón, die neben dem größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull liegt. Im Gegensatz zum Film Stirb an einem anderen Tag, spielte sich während unseres Besuchs keine Verfolgungsjagd auf dem Gletschersee ab und auch Pierce Brosnan war nicht in Sichtweite. Nichtsdestotrotz ließen wir uns nicht davon abhalten noch ein paar Aufnahmen zu erstellen, ehe wir zurück in Richtung Flughafen navigierten. Nachdem mich das 70-200mm. Teleobjektiv bereits in China, England, Frankreich und Norwegen begeistern konnte, bin ich froh, es auch in Island dabeigehabt zu haben. Sowohl auf 70mm. als auch 200mm. macht das Objektiv im Zusammenspiel mit den 45,7 Megapixeln eine gute Figur. Sofern die 200mm. nicht ausreichen, kann man in der Nachbearbeitung mit ruhigem Gewissen weit genug reinzoomen, ohne große Verluste der Qualität in Kauf nehmen zu müssen.

Auch nach meiner zweiten Reise nach Island, kann ich jedem empfehlen, sich selbst von der beeindruckenden Natur ein Bild zu machen. Island ist immer eine Reise wert, so viel steht fest. Nachdem ich nun bereits zum zweiten Mal im Sommer vor Ort war, kann ich es kaum erwarten, die Insel im Winter zu erkunden. Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich bei Nikon Deutschland für die großartige Unterstützung und die bisherige Zusammenarbeit bedanken. Ich freue mich bereits auf unser nächstes Projekt, das Ende Mai ansteht.

Die Aufnahmen sind mit der Nikon D850 und den folgenden Objektiven entstanden: 14-24mm., 24-70mm., 28mm. und 70-200mm..